Platz sparen
Drei Speicher raus, einer rein: Wie ein Kombispeicher Platz im Heizraum schafft
Ein Behälter statt drei spart Stellfläche, Rohre und Anschlüsse. Strom spart er aber nur, wenn er warme und kühle Zonen sauber getrennt hält.
Ein Kombispeicher kann Pufferspeicher und Warmwasserspeicher in einem Behälter vereinen. Das spart Stellfläche, Rohre und Anschlüsse – und nach den Ökodesign-Grenzwerten auch Wärmeverluste. Strom spart er aber nur, wenn er die heiße und die kühle Zone sauber getrennt hält.
Bestandsaufnahme: Was steht in Ihrem Heizraum?
Bevor Sie über einen neuen Speicher nachdenken, zählen Sie die alten. Gehen Sie mit Taschenlampe und Notizblock durch den Heizraum und schreiben Sie auf, was dort steht:
- Pufferspeicher: hält Heizungswasser vorrätig. Er sichert der Wärmepumpe ausreichend lange Laufzeiten und liefert Wärme für das Abtauen.
- Warmwasserspeicher: bevorratet erwärmtes Trinkwasser.
- Frischwasserstation: erwärmt Trinkwasser erst beim Zapfen, mit Wärme aus dem Puffer.
- Ausdehnungsgefäß, Pumpen, Verteiler: hängen an der Wand zwischen den Behältern.
- Verbindungsrohre: laufen von Behälter zu Behälter, mal gedämmt, mal nicht.
Schreiben Sie von jedem Behälter das Typenschild ab, vor allem Inhalt und Baujahr. Beides brauchen Sie gleich noch.
Jeder Behälter belegt eine eigene Stellfläche, hält einen eigenen Abstand zur Wand und hat eigene Anschlüsse. Jedes Rohr dazwischen ist eine weitere Fläche, über die Wärme entweicht.
Ein Behälter, zwei Aufgaben
Ein Kombispeicher bevorratet Heizungswasser und erwärmt zugleich das Trinkwasser. Die beiden Wasserkreise bleiben dabei getrennt: Entweder steckt ein kleinerer Trinkwasserbehälter im Speicher, oder ein Wärmetauscher erwärmt das Trinkwasser im Durchlauf, also erst in dem Moment, in dem Sie zapfen. Laut Verbraucherzentrale ist der Kombispeicher bei Wärmepumpen das übliche System.
Der Platzgewinn – und seine Grenze
Der erste Gewinn ist sichtbar. Wo zwei oder drei Behälter nebeneinanderstanden, steht einer: eine Stellfläche, ein Wandabstand, ein Satz Anschlüsse. Bei manchen Speichern sitzen auch Pumpen, Ventile und Verteiler direkt am Behälter, statt eine eigene Wand zu belegen.
Die Grenze zieht der Zollstock. Soll der neue Behälter so viel fassen wie die alten zusammen, wird er dicker oder höher als jeder einzelne von ihnen. Er muss trotzdem durch dieselbe Tür, dieselbe Treppe hinunter und sich unter derselben Decke aufrichten lassen. Wie Sie das vorher prüfen, steht im Beitrag Kippmaß, Türbreite, Gewicht.
Und noch etwas ändert sich: Das Gewicht, das bisher auf mehrere Stellen verteilt war, sammelt sich an einer.
Weniger Behälter, weniger Verluste
Jeder Speicher gibt über seine Oberfläche Tag und Nacht Wärme ab. Für neue Speicher bis 2.000 Liter schreiben die Ökodesign-Regeln seit dem 26.09.2017 Obergrenzen für diese Verluste vor – Puffer- und Kombispeicher eingeschlossen. Speicher der Klasse D und darunter sind seitdem nicht mehr erlaubt.
Stammt ein alter Behälter aus der Zeit davor, galt für ihn diese Grenze noch nicht – das Baujahr auf dem Typenschild verrät es. Die Höchstwerte steigen mit dem Volumen, aber deutlich langsamer als das Volumen selbst. Der Grund ist Geometrie: Ein großer Behälter hat im Verhältnis zu seinem Inhalt weniger Oberfläche als mehrere kleine.
Unsere Beispielrechnung mit den Höchstwerten, die der BDH ausweist:
| Aufstellung | Inhalt zusammen | erlaubter Verlust zusammen |
|---|---|---|
| zwei Speicher mit je 250 Litern | 500 Liter | 185,0 W |
| ein Speicher mit 500 Litern | 500 Liter | 116,7 W |
| Puffer mit 500 Litern und Warmwasserspeicher mit 250 Litern | 750 Liter | 209,2 W |
| ein Kombispeicher mit 750 Litern | 750 Liter | 134,3 W |
Einzelwerte: BDH-Infoblatt 60, Stand 03/2019. Die Summen sind unsere Rechnung.
Passt es bei Ihnen?
Der Fachbetrieb misst Heizraum, Tür und Treppe vor Ort nach und klärt, welcher Speicher hineinpasst und was Ihre Wärmepumpe wirklich braucht.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Wichtig bleibt: Das sind Grenzwerte, keine Messwerte. Ein gut gedämmter kleiner Speicher kann weniger verlieren als ein schlecht gedämmter großer.
Was solche Verluste an Strom kosten, zeigt ein Rechenbeispiel des BDH: Für einen 200-Liter-Speicher der Klasse A nennt er Warmhalteverluste von 31,8 bis 43,9 W. Eine Wärmepumpe mit der Leistungszahl 3,0 braucht dafür 0,25 bis 0,35 kWh Strom – an jedem Tag des Jahres.
Zwei Dinge treiben die Verluste zusätzlich nach oben:
- Anschlüsse: Je mehr Anschlüsse ein Speicher hat, desto stärker ist seine Dämmung geschwächt und desto mehr Wärme verliert er, so der BDH. Drei Behälter haben zusammen mehr davon als einer – und dazu kommen die Rohre zwischen ihnen.
- Ein kalter Aufstellraum: In unbeheizten Räumen können die Bereitschaftsverluste laut Deutscher Umwelthilfe einen Pufferspeicher unrentabel machen.
Der Haken: zwei Temperaturen in einem Behälter
Im Kombispeicher wohnen zwei Ansprüche unter einem Dach. Für das Warmwasser werden 55 bis 60 °C empfohlen, unter 50 °C sollte es nicht fallen. Die Heizung dagegen läuft am sparsamsten mit möglichst kühlem Wasser: Je Kelvin weniger Vorlauftemperatur arbeitet die Wärmepumpe rund 2 bis 2,5 % effizienter.
Dass beides in einen Behälter passt, liegt an der Schichtung. Warmes Wasser ist leichter als kaltes und bleibt oben, das kühlere sammelt sich unten. Mischen sich die Schichten, herrscht überall eine mittlere Temperatur – zu kalt fürs Warmwasser, zu warm für eine sparsame Heizung.
Wie viel das kosten kann, hat das Institut für Solartechnik SPF simuliert: 10 % weniger Schichtungseffizienz bedeuteten dort 16 % mehr Strombedarf, das waren 413 kWh im Jahr. Angenommen waren 3.450 kWh Wärme für Warmwasser, 8.000 kWh für die Raumheizung und Heizwasser mit 35/30 °C.
Und in der Praxis? In der Feldmessung des Fraunhofer ISE trennte bei einem Teil der Anlagen der Kombispeicher die Temperaturen für Heizung und Warmwasser nicht zuverlässig. Die Folge: Wärme wurde unnötig auf Warmwasser-Temperatur bereitgestellt. Ein Behälter statt drei ist also kein Selbstläufer. Er muss gut gebaut und richtig angeschlossen sein.
Erst fragen: Braucht es den Puffer überhaupt?
Der platzsparendste Speicher ist der, der gar nicht erst eingebaut wird. Ob eine Wärmepumpe einen Puffer braucht, hängt von Wärmepumpe, Heizflächen und Stromtarif ab. Bei Fußbodenheizungen ist laut co2online in der Regel kein separater Puffer nötig, weil der Estrich die Wärme speichert. Für das Warmwasser braucht es trotzdem eine Lösung, und die muss ebenfalls in den Raum passen.
So läuft der Tausch
- Bestand fotografieren: jeden Behälter mit Typenschild, alle Rohre, alle Anschlüsse.
- Bedarf klären: Puffer ja oder nein, Warmwasser für wie viele Personen, welche Heizflächen.
- Maße abgleichen: Durchmesser, Höhe und Kippmaß des neuen Speichers gegen Tür, Treppe und Decke.
- Raus vor rein: Die alten Behälter werden entleert, abgeklemmt und hinausgetragen. Ein alter Behälter kann zur Not zerlegt hinaus, der neue muss im Ganzen hinein.
- Kurze Wege: Der neue Speicher steht so, dass die Rohre zur Wärmepumpe und zu den Heizkreisen kurz bleiben.
- Lückenlos dämmen: auch an den Anschlüssen, auch an den Rohren.
Fragen Sie im Angebot gezielt nach: Wie trennt der angebotene Speicher Warmwasser und Heizung? Wo wird welche Leitung angeschlossen? Welchen Wärmeverlust in Watt und welche Klasse nennt das Datenblatt?
Förderung: Der Speicher zählt mit
Für eine Wärmepumpe gibt es über das KfW-Programm 458 eine Grundförderung von 30 % der förderfähigen Kosten. Das Infoblatt der KfW zu den förderfähigen Maßnahmen (Version 11.0, gültig ab 16.09.2026) nennt unter den weiteren förderfähigen Maßnahmen ausdrücklich „Wärmespeicher“ und „Heiz-, Technik- und Speicherraum“. Welche Bedingungen im Einzelnen gelten, prüft der Fachbetrieb vor dem Antrag. Gestellt sein muss der Antrag, bevor im Heizraum der erste alte Behälter abgeklemmt wird.
Passt es bei Ihnen?
Der Fachbetrieb misst Heizraum, Tür und Treppe vor Ort nach und klärt, welcher Speicher hineinpasst und was Ihre Wärmepumpe wirklich braucht.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Ein Behälter statt drei bringt Platz, den man sieht, und spart Wärme, die man nicht sieht. Ob sich das auch auf der Stromrechnung zeigt, entscheidet die Trennung im Inneren – danach sollten Sie fragen, bevor der Zollstock wieder in der Tasche verschwindet.
Häufige Fragen
Was ist ein Kombispeicher?
Ein Speicher, der Heizungswasser bevorratet und zugleich das Trinkwasser erwärmt. Heizungs- und Trinkwasser bleiben dabei getrennt. Laut Verbraucherzentrale ist ein Kombispeicher bei Wärmepumpen das übliche System.
Verliert ein großer Speicher weniger Wärme als zwei kleine?
Nach den Ökodesign-Höchstwerten ja. Ein 500-Liter-Speicher darf höchstens 116,7 W verlieren, zwei Speicher mit je 250 Litern zusammen 185,0 W – unsere Rechnung mit den Werten des BDH. Das sind Grenzwerte, keine Messwerte, aber sie zeigen die Richtung.
Spart ein Kombispeicher automatisch Strom?
Nein. Er muss die warme Zone für das Warmwasser und die kühlere für die Heizung sauber getrennt halten. Das Fraunhofer ISE hat Anlagen gemessen, bei denen das nicht zuverlässig gelang – dort wurde Wärme unnötig auf Warmwasser-Temperatur bereitgestellt.
Zählt der Speicher bei der KfW-Förderung mit?
Das Infoblatt der KfW zu den förderfähigen Maßnahmen führt unter den weiteren Maßnahmen ausdrücklich „Wärmespeicher“ auf, außerdem „Heiz-, Technik- und Speicherraum“. Welche Bedingungen im Einzelnen gelten, klärt der Fachbetrieb vor dem Antrag.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Wie erzeuge ich Warmwasser, wenn ich mit einer Wärmepumpe heize? (Quellenstand vom 30.01.2026)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Energietipp Wärmepumpe und Pufferspeicher (Quellenstand vom 09.09.2025)
- BDH: Infoblatt Nr. 60 – Warmwasserspeicher, Energielabel und Ökodesign (Quellenstand vom 03/2019)
- BDH: Infoblatt Nr. 74 – Energetische Bewertung von Warmwasserspeichern (Quellenstand vom 08/2020)
- Deutsche Umwelthilfe: Factsheet 7 – Ratgeber für Wärmepumpen: Kopplung mit Pufferspeicher, Solarthermie, Wärmerückgewinnung (Quellenstand vom 12/2023)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Energie-Atlas Bayern: Wärmespeicher (Quellenstand vom 06.04.2021)
- Institut für Solartechnik SPF: Fachbeitrag zur Speicherschichtung (OTTI-Symposium) (Quellenstand vom 2016)
- Fraunhofer ISE: Presseinformation „Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich“ (Quellenstand vom 03.11.2025)
- Umweltbundesamt: Factsheet Trinkwarmwasserkonzepte (Quellenstand vom 01.11.2023)
- DVGW: Energiesparen beim Warmwasser (Langfassung) (Quellenstand vom 03/2023)
- co2online: Wärmepumpe mit Pufferspeicher (Quellenstand vom 25.09.2026)
- KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen (BEG), Version 11.0 (Quellenstand vom 16.09.2026)
- KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) (Quellenstand vom 09/2026)